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Freitag, 28. Dezember 2018

Das Museum stellt den Künstler aus

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Beim Lesen findet man teils Merkwürdiges und oft englische Begriffe


Siegen. 28. Dezember 2018. Es ist neben allen teils aktuellen Meldungen und anderem dennoch immer wieder aufs Neue erstaunlich, was manchmal in Medien zu lesen und zu hören ist. Da tauchen teils unerklärte Fachbegriffe und Abkürzungen auf und immer wieder Ausdrücke in Englisch. Viele ältere Menschen verstehen sie nicht, weil früher in der Volksschule Englisch nicht gelehrt wurde und es viele auch im Beruf nicht brauchten. Vielleicht sollen die Worte auch eher vor allem junge Menschen erreichen. Oder sagt man die Youngster oder Kids? Unabhängig vom Englischunterricht lernt der Nachwuchs in unseren Schulen doch zuerst einmal Deutsch. Das ist unsere Muttersprache. Das Wort hegt direkt schon wieder Zweifel. Müsste man wegen der rechtlichen Gleichstellung von Frau und Mann nicht „Mutter-Vater-Sprache“ sagen und schreiben oder „Elternsprache“? Ganz aktuell lese und höre ich gerade (21./ 22. Dezember 2018), dass der alleinige Zugang für Jungen in einem „Knabenchor“ rechtlich angezweifelt wird. Sehr verwunderlich. Manches Mal erscheint es, als ob diese geschlechtergerechte Aufteilung und Sprache (Genderisierung oder Genderismus) irgendwie merkwürdige Züge annimmt. Vielleicht empfinden sie manche auch als „gerechter“ oder „richtiger“.

Natürlich ist es gut, von jungen Jahren an eine Zweit- oder auch noch eine Drittsprache zu lernen. Schließlich ist die Welt, bezogen auf Medien und Kommunikation, internationaler, weltumspannender geworden. Wirtschaft, die Unternehmen, kannten das ohnehin bereits so. Immerhin hat man dafür vor Jahren das Zauberwort „Globalisierung“ (global, erdumfassend) gefunden. Die Firmen produzieren eben nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA, in China, Großbritannien und so vielen, vielen Ländern mehr und treiben weltweit Handel. Dabei ist das absolut nichts Neues. Das war bereits vor Jahrhunderten so.

Zu den folgenden Beispielen sei klargestellt, dass es so oder ähnlich immer wieder einmal vorkommt, aber die Zeitungs-, Videotext-, Radio- und Fernsehmacher dennoch meist die zweifellos alten journalistischen Regeln befolgen und die Erklärung oder Übersetzung mitliefern.

Merkwürdiges und Fremdes
Verwundert lese ich in einer Tageszeitung, hier mit ausgedachten Bezeichnungen, „Der Künstler Hans Mustermann wird im Neue-Zeit-Museum ausgestellt“. Da habe ich mir die Augen gerieben und gedacht, der Mann muss Ausdauer haben und darf nicht publikumsscheu sein. Klar, wir wissen, was gemeint ist: Die Werke des Künstlers. Die ungute Passivform in der Überschrift, die seit Jahren als „Headline“ bezeichnet wird, war außerdem völlig überflüssig: Das Neue-Zeit-Museum stellt Werke von Hans Mustermann aus“. Fertig.
In der Gemeindezeitung einer Kirche habe ich schon mehrmals englische Begriffe für Veranstaltungen gefunden. So war jetzt wieder ein Konzert mit „Songs of Hope“ in einer Kirche angekündigt. In Deutsch heißt das schön „Lieder der Hoffnung“. Wenn ich diese Dinge lese, denke ich mir, dass die Kirchen natürlich gern jüngere Menschen ansprechen wollen, um sie wieder näher zu Kirchlichem hinzuführen. Die meisten Mitglieder und Kirchgänger aber werden Ältere sein. Für einen Teil davon werden solche Bezeichnungen „böhmische Dörfer“ sein.
Selbst, wenn es in Mundart angekündigt worden wäre mit „Leerer dr Hoffnung“, hätte man es für Mundartfremde mit eben „Lieder der Hoffnung“ erklären müssen! Warum aber nicht einfach in klarem Deutsch?
Ebenfalls merkwürdig: Da steht im Videotext eines öffentlichen Senders an einem Mittwoch der Folgewoche kurz vor Mittag noch die Wettertafel vom vorigen Freitag.

Heiße Leitungen und fehlende Angaben
Häufig werden Abkürzungen gebraucht, bei denen die Moderatoren oder die Schreiber wohl davon ausgehen, dass sie von allen verstanden werden. Man muss sich das vorstellen: In der modernen Welt voller Computer und IT-Technologie (Informationstechnik) kommen stets neue Begriffe, meist in Englisch, obwohl wir sicher gute Worte in Deutsch dafür hätten. Wir sollen „backups“ (Datensicherung außerhalb des eigenen Rechners) machen oder den „support“ nutzen, also Hilfe und Unterstützung. Das geht zum Beispiel über „Hilfe-Seiten“ oder, wenn erforderlich, auch per Anruf. Die meisten Anbieter haben „Hotlines“ geschaltet, also „heiße Linien/ Leitungen“ oder „schnelle Verbindungen zum Anbieter oder dessen Telefondienst, Call-Center (etwa Ruf-Zentrum) genannt“. Es ist dann allerdings nicht immer so „heiß“ oder schnell, wenn man in einer Warteschlange hängt. Viele kennen das.
In einer lokalen Zeitung lese ich einen Bericht über eine soziale Einrichtung. Ich schreibe die Artikelbezeichnung hier als „Willkommenstag für jedermann“. Die Bezeichnung des Hauses steht dabei. In einer Stadt mit zig Stadtteilen wissen vielleicht die Bewohner dieses Viertels, wo diese Einrichtung ist. Und die anderen, die es nicht zufällig oder vom Hörensagen kennen? Alles gelesen. Nein, es gab keine Adresse, der Leser wird im Dunkeln gehalten. Das muss ich hier einmal als „einfach schlecht“ bezeichnen. Vielleicht hätte sich diese Begegnungsstätte über mehr Besucher freuen können. Dieses Beispiel ist insgesamt aber keine sehr besondere Ausnahme. Leider kommt es doch hin und wieder vor.

Klar und verständlich auch für Ältere
Fürs Breitenpublikum, das wohl alle Medien - außer Fachpublikationen -  gern ansprechen wollen, stehe ich auf dem Standpunkt: Alles verständlich in Deutsch oder zumindest direkt erklärt! Direkt heißt auch „unmittelbar“, also nicht zehn Sätze weiter. Die Altersgruppe von 40 bis über 65 Jahre hatte 2016 einen Bevölkerungsanteil von über 55 Prozent, allein die Gruppe der über 65-Jährigen über 21 Prozent. Die 15- bis 24-Jährigen Einwohner hatten einen Anteil von unter elf Prozent (Quelle: Internetseite destatis.de). Aber sollten Nachrichten und Berichte aller Art nicht möglichst viele Menschen lesen, sehen oder hören und vor allem verstehen können? 
Wer nur in Fachkreisen publiziert und dieses Publikum anspricht, wird die dort gängigen fachlichen Ausdrücke, nutzen. Das ist in Ordnung, weil die Adressaten das kennen.

Im Endeffekt geht es doch schließlich darum, dass die Leser-, Zuschauer- oder Zuhörerschaft klar und eindeutig versteht, was da geschrieben, gezeigt und gesagt wird! Es bedarf keiner Frage, dass das auch für Werbung und werbliche Botschaften wie PR (Public Relations/ Beiträge zur Förderung „öffentlicher Beziehungen“) Sinn macht.             (Mediebüro DialogPresseweller, Autor Jürgen Weller)

Hinweis: Unsere Beiträge sind sorgfältig zusammengestellt. Irrtum bleibt dennoch vorbehalten. Das gilt auch für – statistische – Zahlenangaben. Die Beispiele sind neutral. Es kommt uns lediglich darauf an zu zeigen, wie leicht wichtige Dinge im Redaktions- oder PR-Alltag übersehen werden oder nicht eindeutig beschrieben werden. Uns passiert das ebenfalls ab und an. Daher verstehen wir unsere Texte als Tipps für Schreiber.
Jürgen Weller schreibt intensiv seit rund 40 Jahren redaktionelle Texte, von zig-tausenden Meldungen über Magazintexte und PR-Beiträge bis zu großen Berichten verschiedener Thematik, teils in Zeitungen und überregional pro Jahr hundertfach in Online-Medien- und Themenportalen.

Mehr Informationen, Reiseberichte, Autotests, Magazine über www.presseweller.de

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Wo denn? Nach der Überschrift erst das Wichtige suchen




Diese Überschrift, die Headline,und der Text sind nicht real, sondern nur ausgedacht, ein Phantasieprodukt zur Darstellung eines Artikels.  (Repro: presseweller)


Mit drei Beispielen/ Scrollen oder in gedruckter Form weiter unten lesen


Dezember 2016. (DiaPrW). Die Überschrift in einem Online-Artikel oder in einem Druckerzeugnis lässt viel erwarten. Ist klar, schließlich soll die „Headline“ für Aufmerksamkeit sorgen. Das ist in Ordnung. Je nach Medium gibt es dazu noch eine Ober- oder eine Unterzeile. Der Text selbst sollte dann mit einer kurzen Zusammenfassung des Gesamttextes, Vorspann, beginnen und dann näher auf die Überschrift eingehen. Ab und zu sehe ich es auch anders. Manchmal musste ich weit in den Text lesen, um zum Kern der Überschrift zu kommen. Deshalb überfliege ich den Text und scrolle schnell weiter, in Druck-Medien richtet sich mein Augenmerk ebenfalls darauf, dort näher zu lesen, wo das "Ergebnis" der Überschrift im Vordergrund steht.

Abgesehen von Geschichten und Romanen mit Spannungsaufbau halte ich es für gut, wenn der Überschrift gemäß über das Aktuelle oder das Ereignis gleich weiter nach dem Vorspann berichtet wird. So sah man/ sieht man es auch in der Regel aus journalistischer Sichtweise. Nach und nach kann man dann im Text mehr zu Hintergründen erfahren. Das hatte schon im früheren Bleisatz bei den Printmedien einen weiteren Grund: Erwies sich der Text als zu lange beim Seitenbauen/ Umbruch (Mettage), konnte man einen Absatz abhängen, ohne dass der Sinn und wichtige Details der Hauptbotschaft verloren gingen. Das war praktisch. Im Prinzip hat sich das bis heute trotz Seitengestaltung im Redaktionssystem am Computer nicht verändert. Es können nur die jeweiligen Freiräume auf der jeweiligen Seite gefüllt werden. Reicht der Platz nicht, muss Überflüssiges weg, oder der gesamte Text muss in eine gekürzte Form gebracht werden. Aber: Die Hauptaussage muss erkenn- und nachvollziehbar sein!

Drei Beispiele
Alle folgenden Beispiele sind nur fiktiv und zur besseren Erläuterung erdacht!
Das „Strecken des Textes“ weit vor dem Kern der gewollten Aussage kostet Leser Zeit, um zum Hauptpunkt zu kommen. An den hier nicht realen drei Beispielen will ich es kurz erläutern:
„Neues Tablet mit Schiebefunktion“. Im Anreißer-Text wird kurz auf die Vorteile hingewiesen und nach „So“ auch ausgesagt, dass es so etwas nun gibt. Werden im Folgetext nun zuerst Smartphones, Tablets und Laptops beschrieben, kann erst später detailliert auf die Neuerung eingegangen werden. "Das neue Gerät lässt sich durch seine Schiebefunktion klein und handlich wie ein Smartphone benutzen, in der zweiten Stufe wird es zum Tablet und in der dritten schließlich zum Laptop. Möglich macht das eine ganz neue Technik ...". Das sollte meiner Auffassung nach eben gleich nach dem Vorspann kommen. 
Im zweiten erdachten und nicht realen Beispiel heißt es in der Überschrift „Skigebiet in Monte Alpina erweitert“. Im Vorspanntext geht es dann darum, das Skigebiet kurz vorzustellen. Dabei kommt es auch auf eine klare Örtlichkeitsbeschreibung an, damit die Leserschaft erfährt, wo genau dieses Skigebiet zu finden ist. Diese Problematik, dass die genaue Örtlichkeitsbeschreibung fehlt, ist hier und da auch bei Texten außerhalb des Tourismus zu sehen. Ein Manko!
Aber in dieser Beispiel-Überschrift steht „... ist erweitert“. Was heißt das? Gibt es jetzt zwei Pisten mehr oder wurde noch ein größeres Terrain für den Wintersport ausgebaut? In der Folge wäre es gut, wenn darauf direkt eingegangen würde: „In der Skiregion Monte Alpina sind nun die Arbeiten zur Erweiterung des Skigebiets nach mehrjähriger Planung und Bauzeit abgeschlossen. Unterhalb des Caravella-Massivs stehen Alpinski-Fahrern 15 weitere Pisten mit direkter Anbindung an das bisherige Alpin-Resort zur Verfügung. Dafür wurden zwei weitere Vierersessellifte in Betrieb genommen.“ … Gut. Auf Vorteile des Gebietes und anderes wird im weiteren Text hingewiesen.

Oder: „Urteil des BGH zu Öfen und Heizungen“. In diesem ebenfalls erdachten Fall geht es darum, dass es wegen der Abgas-/ Feinstaub – Emissionen hier und da um Klagen zum Betrieb von alten Kohle-/ Holzöfen und alten Holzheizungen ging. So wurde es im Vorspann kurz erläutert. Okay. Darüber, dass der Bundesgerichtshof (BGH) mit diesem nicht einfachen Fall beschäftigt ist, gab es schon Tage vorher Pressemeldungen. Schließlich könnten viele von dem Urteil betroffen sein, die alte Öfen oder reine Holzheizungen oder offene Kamine in Betrieb haben.
Im folgenden Text wird nun über solche Heizanlagen berichtet, im Internet eventuell auch noch mit direktem Link zu Anbietern moderner Heizungen. Wer weiter liest, erfährt dann erst weit unten, dass der BGH erst am heutigen Tag darüber entscheiden wird. Das heißt: Das Urteil steht noch gar nicht fest. Aber Aufmerksamkeit hat man erzielt, weil die Leserschaft oder die „User“ zumindest zum Teil der Meinung sein mussten, das Urteil wäre bereits gesprochen. Meiner Auffassung nach hätte man in solch einem Fall nur die Meldung gebraucht, dass der BGH heute zu diesem Fall entscheiden wird. Zweifellos interessanter und nachrichtenwertiger ist aber ein Bericht nach der Urteilsverkündung. Dann erfährt die Leserschaft, was Sache ist. Online-Medien haben dabei die Möglichkeit, relativ schnell zu reagieren und nach Urteilsverkündung auf die aktuelle Situation hinzuweisen. Bei Printmedien dauert es je nach Erscheinungsweise meist noch bis mindestens zum nächsten Tag.

Für Leser und Online-Nutzer
Wenn im Vorspann und in den ersten Sätzen nichts Wichtiges oder nachhaltig Erläuterndes zur Überschrift zu lesen ist und sie die übrigen Ausführungen wenig interessieren, scrollen Sie weiter und gucken Sie hin. Irgendwo im Text wird es eine Erklärung geben. So geht das manchmal auch bei Druck-Produkten. Wenn die Erläuterungen zur Überschrift nicht gleich im Text kommen – und die Details nicht interessieren – weiter unten schauen. Dann kann man meist erfahren, was der Grund für die Überschrift war.

Für PR-Schaffende: Na klar, so interessant es ist, was der Kunde im Einzelnen zu bieten hat, sollte sich die Ankündigung aus der Überschrift direkt weit oben im Text wiederfinden. Dann weiß die Leserschaft, was es Neues oder Aktuelles gibt und kann es im weiteren Text vertiefen. Je nach Thema und Berichtart klappt das auch mit dem heutigen "Storytelling" (Geschichte erzählen), bei dem man in einer kurzen Erzählform in den Text einsteigt.

Hinweis: Die Beispiele oben sind frei erfunden. Hin und wieder ist in Medien ein  "umgekehrter" Textaufbau zu lesen, bei dem das Wichtige oder der Kern erst "weiter unten" kommt. Auch klar: Zeitungen und andere Medien berichten weit überwiegend verständlich, auch in der üblichen Form mit direkter Erläuterung der Headline. Im PR-Bereich wird es ebenfalls meist so gehandhabt, dass das Neue, das besondere Ereignis, die Veranstaltung im Text-Vordergrund steht, bevor es allgemeine Hinweise gibt. Es ist aber bereichsumfassend eben nicht immer so. Der Text beruht auf meinen Ansichten zum Thema. Es mag auch andere Sichtweisen geben. 

Der Autor Jürgen Weller hat zig-Tausende Thementexte und lokale Texte sowie PR-Beiträge geschrieben und veröffentlicht. Mehr Themen auf diesem Blog oderüber "Magazine, Videos, Blogs" bei http://www.presseweller.de aufrufen.


Donnerstag, 31. März 2016

Ausstellungen, Basare und Einladungen


Klar, so könnte es auch gemeint sein. Porträts und mehr.

Viele Bilder einer Person, Babys am Stand und späte Einladungen

Von Jürgen Weller

Siegen. März 2016 (DiaPrW). Organisieren Sie auch schon einmal einen Basar, eine Ausstellung oder einen Tag der „offenen Tür“ in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Sozialeinrichtung? Informieren Sie die Presse mit einem Veranstaltungshinweis? Ich bekomme Woche für Woche zahlreiche dieser Meldungen. Wenn auch die Presse vieles übernimmt, ist es besser, direkt auf die Formulierung zu achten. Macht man das nicht, verstehen es zwar trotzdem viele, aber anders kann es besser und vor allem eindeutiger sein. 

Was wird verkauft und ausgestellt?

Gerade bekomme ich wieder einen „Baby-Basar“ auf den Tisch. Sollen da nun zuvorderst die im Kinderwagen geschobenen Kleinstkinder hinkommen? Oder liegen Babys auf den Verkaufstischen, die man sich bei Bedarf aussuchen und kaufen kann? Nein! Darum geht es natürlich hier zu Lande und hoffentlich auch anderswo nicht. Es wird ein Basar für Babyausstattung, für Bekleidung, Kinderwagen und mehr sein, richtig also ein „Basar für Babyausstattung“.
Bei Ausstellungen ist es ähnlich: „Die Galerie, das Museum zeigt Bilder von Ella Knopf*. Wie interessant mag das sein? Mal Porträts von Ella Knopf, mal in Wanderpose vor der Ginsburg, mal in Venedig? Wenn es nicht tatsächlich so ist, was auch möglich wäre, sollte da doch stehen: „Ausstellung mit Werken von Ella Knopf oder – noch besser – mit Werken der Künstlerin Ella Knopf: Aquarelle, Ölgemälde, Grafiken oder Fotos“. Je nach dem, was die Künstlerin ausstellt.

Immer wieder: „einladen am...“

Der Einladende kann ziemlich spät dran sein, um noch Besucher für das Konzert, das Theaterstück, den Basar, die Ausstellungseröffnung oder anderes zu gewinnen, wenn er auf den letzten Drücker einlädt, wie es häufig zu lesen ist: „Der Gesangverein Chorfreunde lädt am 30. März ab 20 Uhr zum Konzert in die Odeonhalle ein.“ Gut, dass es bereits früher bekannt ist. Richtig wäre es so: „Der Gesangverein ...“ lädt für Mittwoch, den 30. März, zum Konzert … ein. Konzertbeginn ist um 20 Uhr.“ Wie hier, macht es bei Veranstaltungen Sinn, auch direkt den Wochentag anzugeben. Das erleichtert dem Lesepublikum die Planung.

Klar, wir wollen nicht päpstlicher als der Papst sein. Schließlich werden die anderen Formulierungen ebenfalls „richtig“ verstanden, da sie häufig gedruckt, publiziert oder gesendet werden. Es sollen nur Hinweise sein, wie die Wortwahl auch genauer sein kann. Wir liegen selbst auch manchmal daneben. 

*Alle Namen, Bezeichnungen ohne realen Hintergrund, frei erfunden.


Freitag, 5. Februar 2016

Das Dem erdrückt immer öfter das Des

Für Redaktionen, Firmenkorrespondenz, Werbung und Privatschreiben 




Wegen dem Bild vom braven Hund haben wir jetzt viel mehr Zuspruch in unserer Tierhandlung. Klar, da hakt es in Sachen richtiger Formulierung. Richtig wäre!: Wegen des Bildes vom ... oder einfacher "Das Bild des braven Hundes hat uns viel mehr ...".  (Foto-Montage: presseweller)


Und weiter: "Wenn man für etwas sorgt, ist es gut?" … oder?


Was ist das, ein "Fall" für Wörter? Das fragten wir uns in den ersten Schuljahren. Noch aus dieser Zeit kennen die meisten die Fälle der deutschen Rechtschreibung, 1., 2., 3. und 4. Fall, zum Beispiel „Der Hund“, „des Hundes“, „dem Hund“, „den Hund“. Den nicht selten gebrauchten lateinischen Bezeichnungen nach nennt man das Deklination sowie den 1., 2., 3. und 4. Fall in dieser Reihenfolge Nominativ, Genetiv, Dativ, Akkusativ. Alles ziemlich problemlos, bis auf den 2. Fall, bei dem hakt es immer öfter. Das "Des" scheint der Verlierer, das "Dem", der Dativ, der Gewinner zu sein.

Zweifellos lassen sich in vielen Fällen Wörter im Dativ einfacher und schneller sagen und schreiben, als im Genetiv. Beispiel: Die Kinder wollten wegen dem großen Hund nicht über die Straße gehen. Richtig aber wäre: … wollten wegen des großen Hundes … nicht …! Oder: Dank neuer App konnte sich während dem Anruf ein weiterer Geschäftspartner ins Gespräch einblenden. Richtig aber wäre: … konnte sich während des Anrufs ein …! Zum Teil wird auch einfach „vom“ oder „von“ gebraucht. „Der Hund von Leander ist ein Prachtkerl“. Richtiger oder besser. „Leanders Hund ist …!“ In Alltagsunterhaltungen und -briefen wird meist schon der 3. Fall verwendet, aber auch in manchen Medienmeldungen ist der Dativ weiter auf dem Vormarsch. Das ist eben so.
Sorgt oder verursacht?
Die Gäste des Unternehmensfachtags waren mit dem Mittagsimbiss mehr als zufrieden. Die Köche des Gastgebers hatten für leckere warme und kalte Häppchen gesorgt. Richtig, sie hatten „gesorgt“, wie die Eltern für ihr Kind sorgen. „Für etwas sorgen“ sollte im positiven Zusammenhang stehen. „Unser Außendienstmitarbeiter Herbert Kunzberg* hat mit seinen Verkaufsumsätzen wesentlich mit für das positive Firmenergebnis gesorgt. Dafür gebührt ihm Dank.“ Alternativ würde sich hier auch „hat dazu beigetragen“ anbieten. Nicht selten werden falsche Verknüpfungen genutzt. Zu lesen oder zu hören sind daher auch solche Meldungen: „Abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume: Dafür sorgte der Orkan Kyrill.“ Hört sich oberflächlich im Prinzip richtig an, aber bei diesem Beispiel wäre besser und im Endeffekt richtiger: … „Das richtete der Orkan Kyrill an!“ oder „…: Ursache dafür war der Orkan Kyrill“! Noch krasser ist das, wenn „dank“ verwendet wird, was aber glücklicherweise seltener im falschen Zusammenhang auftaucht: „Dank seiner nicht so guten Leistungen muss Mark Theben noch ein halbes Jahr auf seine Gehaltsaufbesserung warten.“ Am einfachsten ist hier und richtig: „Aufgrund seiner“ oder „Wegen seiner ...“!

Nur ein paar wenige Beispiele. Mir ist bekannt, dass im Alltagsgeschäft und -trubel das eine und andere untergeht, und erst später, wenn der Brief oder die Meldung „raus“ ist, der Fehler entdeckt wird. Das ist menschlich.
*Alle Namen ohne Bezug, nur beispielhaft.


Das Medienbüro + PR DialogPresseweller schreibt und veröffentlicht seit Ende der 1970er-Jahre Presseberichte und -reportagen, im PR-Bereich auch für Kunden. Es gibt der Auflage nach millionenfache Abdrucke. Inhaber Jürgen Weller ist seit Mitte der 1960er-Jahre in Sachen „deutsche Rechtschreibung“ aktiv. Einst selbst Kursteilnehmer für die Feinheiten der Rechtschreibung, vermittelte er anderen - Schülern, Auszubildenden, Angestellten -  mehr zu Schreibweisen und Grammatik und gab Kolleginnen und Kollegen in Zeitungsredaktionen so manche Tipps. Unter seinem früheren Webauftritt „gute-briefe“ war er außerdem für Privatleute und Firmen tätig, vom Bewerbungsanschreiben bis zum Kundenbrief, als „Direct Mail“ bezeichnet. Seit Jahren ist die „neue deutsche Rechtschreibung“ mit ihren nicht immer nachvollziehbaren Schreibweisen ebenfalls ein Thema. 

Mittwoch, 3. Februar 2016

Ja wie? Apostroph und Durchkoppeln

Für Schreiber von Pressemeldungen, PR-Beiträgen und für private Korrespondenz


So ist es richtig! (Grafik: presseweller) 


Es ist nicht Karl's Laden oder der Hans Meier Verein


Siegen. Februar 2016 (DiaPrW). Ein alter Schulfreund sagte mir neulich: „„In manchen Zeitungen findest du auf nahezu jeder Seite einige Rechtschreibfehler“. Der Schulfreund ist pensionierter Oberstudienrat, der unter anderem Deutsch als Hauptfach unterrichtete. Neben richtigen „“Klöpsen“, die augenfällig sind, geht es oft um Kleinigkeiten. Aber auch in Presse- oder PR-Mitteilungen von Institutionen und Unternehmen finden sich solche Mängel. Die „neue deutsche Rechtschreibung hat außerdem für Verwirrung gesorgt, insbesondere auch mit den anscheinend teils an den Haaren herbeigezogenen Regeln zur Zusammen- und Getrenntschreibung. Keine Frage, Flüchtigkeits- und Rechtschreibfehler, die immer wieder einmal auftreten, weil sie auch beim Korrekturlesen übersehen werden, gibt es immer wieder. Das ist im Prinzip auch kein Problem. Aber manch Falsches scheint sich nach und nach durchzusetzen. Im Folgenden geht es um zwei Phänomene, den Apostroph oder „Beistrich“ und das Durchkoppeln, also darum, mehrteilige Wörter mit Bindestrich zu verbinden.
Zum Apostroph erlaubt zwar die „neue Rechtschreibung“, die trotz verschiedener Änderungen nicht unumstritten ist, beim Genetiv (2. Fall) den Apostroph. Aber wir müssen ja nicht englischsprachige Regeln verwenden, sondern sollten uns unserer deutschen Rechtschreibung bedienen. Aus welchem Grund auch immer, schreiben aber viele in ihrer Werbung und andere in Beiträgen zum Beispiel Erich's Kochkünste statt „Erichs, Lisa's Haarstudio statt Lisas. Verspricht man sich davon mehr Aufmerksamkeit? Die Beweggründe wären einmal zu hinterfragen. Überhaupt: Warum sollte man sich die Mühe mit dem Apostroph machen, wo es doch einfacher geht?!
Mit Bindestrich
Durchgekoppelt – also Wortverbindungen mit Bindestrichen geschrieben – wird längst nicht mehr immer, sondern immer seltener, obwohl es in der deutschen Rechtschreibung traditionell so ist und häufig auch zum besseren Verständnis beiträgt. Wir lesen diese Dinge tagtäglich, auch in Medien, wo gelernte Journalisten und Redakteure arbeiten, die heute sehr häufig sogar ein Studium vorweisen können. Da werden zum Beispiel Konzerte mit dem Hans Tango Orchester angekündigt, und zu den nahezu täglichen Kochsendungen und Kochvorführungen oder Rezeptvorschlägen gibt es dann die Bananen Mango Kreation. Leute was soll das? Sofern das Orchester seinen Eigennamen so schreibt, mag das in Anführungszeichen angehen, sonst sollte da aber Hans-Tango-Orchester stehen oder, beim Rezept, Bananen-Mango-Kreation. Das ist nicht nur besser und richtig, sondern für alle und auch für die ältere Generation verständlicher, weil diese noch von der Volksschule an diese gute, nicht immer einfache deutsche Rechtschreibung gelernt hat.
Krass wird es ebenfalls bei Straßennahmen, obwohl es klare Regeln dafür gibt. Für die Straßenschilder im Ort sind die Kommunen zuständig. Für die richtige Wiedergabe sind es aber diejenigen, die solche Bezeichnungen in Publikationen verwenden. Es ist eben nicht die Friedrich List Straße, sondern die Friedrich-List-Straße, es ist die Gutenbergstraße, nicht die Gutenberg Straße, es ist nicht die Frankfurt-Straße, sondern die Frankfurtstraße. Andererseits ist es nicht die Siegenerstraße oder Siegener-Straße, sondern die Siegener Straße. Klar, dass auch die Johann-Wolfgang-von-Goethe-Straße mit Bindestrichen geschrieben wird. (jw)
*Nur ein paar wenige Beispiele. Die Namen/ Bezeichnungen sind nur beispielhaft erfunden/ aufgeführt. Es sind keine bestimmten Betriebe, Namen, Straßen usw. gemeint! 
Zum Autor: Das Medienbüro DialogPresseweller und der Autor Jürgen Weller sind nicht frei von Fehlern. Dazu ist das Thema zu komplex. Es wird aber darauf geachtet, klare Regeln der originalen – nicht immer der „neuen“ – deutschen Rechtschreibung einzuhalten. Vor allem wird weitestgehend darauf geachtet, anglo-amerikanische Wörter und Fremdwörter zu vermeiden, weil die deutsche Sprache genügend eigene Begriffe hat. Werden solche Wörter genutzt, werden sie sofort erklärt. Für PR-Schreiber: Man glänzt nicht damit, viele Fremdwörter oder größtenteils unbekannte technische Begriffe einzubringen, sondern damit, verständlich zu schreiben. Bei ausschließlich an Fachpublikum verbreitete Direkt-Briefe, -Mails und Webeinstellungen kann das aber auch anders sein.
Der Autor beschäftigt sich seit Mitte der 1960er-Jahre intensiv mit Rechtschreibung, hat Schulungen besucht und andere privat unterrichtet. Als Journalist, Redakteur und PR-Schreiber gehörten auch das Lesen von Fachbeiträgen und speziellen Büchern zur „Schreibe“ dazu. Texte des Autors zu Auto, Bauen und Finanzieren sowie Reise waren und sind in zig Tages- und Wochenzeitungen sowie in Zeitschriften mit insgesamt vielen Millionen Auflage gedruckt sowie seit vielen Jahren in zahlreichen Internetportalen veröffentlicht.

Das gesamte Angebot ist auf den Seiten http://www.presseweller.de einsehbar.