Mittwoch, 19. Juni 2019

Manches ist kaum lesbar

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Klitzekleine Schrift und Farbhinterlegung



19. Juni 2019 (DiaPrw). Nahezu jeder kennt es aus Werbeanzeigen: Die größere Schrift im oberen Teil mit werbenden Aussagen wird in bestimmten Fällen unten in der Anzeige abgelöst von kleiner und sehr kleiner Darstellung. Dabei geht es dann zum Beispiel um Lieferbedingungen, Erläuterungen von Tarifen, Inhaltsstoffen und anderem. Teils ist die Schrift klitzeklein, sodass der Text auch mit Brille schwierig zu entziffern ist. Immerhin kann man sich helfen, wenn man eine Lupe zur Hand hat. Man spricht hier eben auch vom „Kleingedruckten“.
Während man eine Schriftgröße von acht bis neun Punkt (Punkt ist der Wert für die Schriftgröße) noch lesen kann – wie hier 9 Punkt –, sieht es bei sechs Punkt oder kleiner schon bedeutend schlechter aus – wie hier 6 Punkt.
Neben der Punktzahl spielt auch die gewählte Schriftart eine Rolle. Für diesen Text wurde im Original eine 12-Punkt-Schrift gewählt.
Obwohl Einzelkonditionen, Bedingungen und Details für Interessenten wichtig sind und somit klar und deutlich zu lesen sein sollten, hat sich, von Ausnahmen abgesehen, in den vergangenen Jahren wenig an dieser Praxis geändert. Eine ärgerliche Sache! Vielleicht wäre das auch noch einmal ein Thema für die Verbraucherschutz-Organisationen.


Bei hellem Licht wird's noch gehen. Hier 12-Punkt-Schrift. (Bild: (c) presseweller) 


Farbhinterlegung
Leseprobleme kann auch die Farbhinterlegung machen, wobei Schriftgröße und -farbe wichtig dafür sind. Gerade für Menschen, die schlecht sehen oder eine Brille zum Lesen benötigen, sind solche Darstellungen - auch je nach Lichtverhältnissen - nicht immer einfach zu entziffern. Der Kontrast fehlt. Das wird selbst in manchen Zeitschriften so gehandhabt, wahrscheinlich, um das Seitenlayout, das Seitenbild, aufzulockern oder ein Einzelthema hervor zu heben.
Gut, die farbig unterlegte Fläche sieht man, aber was ist mit dem Inhalt? Man geht davon aus, dass bei Verlagen Layouter oder Mediengestalter im Einsatz sind, die um die Problematik wissen (müssten). Bei unseren Magazinen und anderen Publikationen stehen wir bei farblichen Hinterlegungen teils auch selbst vor dem Problem und experimentieren, wie es am deutlichsten ist. Je nach Farbkomposition ist es nicht immer einfach.  Deutlich und klar, das sollte schließlich die Hauptsache sein: Die Leserschaft muss es gut und einfach lesen können, eben ohne erst eine Lupe zu suchen. (jw)

Schreibtipps, Magazine, Auto- und Reisethemen immer bei www.presseweller.de


Freitag, 28. Dezember 2018

Das Museum stellt den Künstler aus

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Beim Lesen findet man teils Merkwürdiges und oft englische Begriffe


Siegen. 28. Dezember 2018. Es ist neben allen teils aktuellen Meldungen und anderem dennoch immer wieder aufs Neue erstaunlich, was manchmal in Medien zu lesen und zu hören ist. Da tauchen teils unerklärte Fachbegriffe und Abkürzungen auf und immer wieder Ausdrücke in Englisch. Viele ältere Menschen verstehen sie nicht, weil früher in der Volksschule Englisch nicht gelehrt wurde und es viele auch im Beruf nicht brauchten. Vielleicht sollen die Worte auch eher vor allem junge Menschen erreichen. Oder sagt man die Youngster oder Kids? Unabhängig vom Englischunterricht lernt der Nachwuchs in unseren Schulen doch zuerst einmal Deutsch. Das ist unsere Muttersprache. Das Wort hegt direkt schon wieder Zweifel. Müsste man wegen der rechtlichen Gleichstellung von Frau und Mann nicht „Mutter-Vater-Sprache“ sagen und schreiben oder „Elternsprache“? Ganz aktuell lese und höre ich gerade (21./ 22. Dezember 2018), dass der alleinige Zugang für Jungen in einem „Knabenchor“ rechtlich angezweifelt wird. Sehr verwunderlich. Manches Mal erscheint es, als ob diese geschlechtergerechte Aufteilung und Sprache (Genderisierung oder Genderismus) irgendwie merkwürdige Züge annimmt. Vielleicht empfinden sie manche auch als „gerechter“ oder „richtiger“.

Natürlich ist es gut, von jungen Jahren an eine Zweit- oder auch noch eine Drittsprache zu lernen. Schließlich ist die Welt, bezogen auf Medien und Kommunikation, internationaler, weltumspannender geworden. Wirtschaft, die Unternehmen, kannten das ohnehin bereits so. Immerhin hat man dafür vor Jahren das Zauberwort „Globalisierung“ (global, erdumfassend) gefunden. Die Firmen produzieren eben nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA, in China, Großbritannien und so vielen, vielen Ländern mehr und treiben weltweit Handel. Dabei ist das absolut nichts Neues. Das war bereits vor Jahrhunderten so.

Zu den folgenden Beispielen sei klargestellt, dass es so oder ähnlich immer wieder einmal vorkommt, aber die Zeitungs-, Videotext-, Radio- und Fernsehmacher dennoch meist die zweifellos alten journalistischen Regeln befolgen und die Erklärung oder Übersetzung mitliefern.

Merkwürdiges und Fremdes
Verwundert lese ich in einer Tageszeitung, hier mit ausgedachten Bezeichnungen, „Der Künstler Hans Mustermann wird im Neue-Zeit-Museum ausgestellt“. Da habe ich mir die Augen gerieben und gedacht, der Mann muss Ausdauer haben und darf nicht publikumsscheu sein. Klar, wir wissen, was gemeint ist: Die Werke des Künstlers. Die ungute Passivform in der Überschrift, die seit Jahren als „Headline“ bezeichnet wird, war außerdem völlig überflüssig: Das Neue-Zeit-Museum stellt Werke von Hans Mustermann aus“. Fertig.
In der Gemeindezeitung einer Kirche habe ich schon mehrmals englische Begriffe für Veranstaltungen gefunden. So war jetzt wieder ein Konzert mit „Songs of Hope“ in einer Kirche angekündigt. In Deutsch heißt das schön „Lieder der Hoffnung“. Wenn ich diese Dinge lese, denke ich mir, dass die Kirchen natürlich gern jüngere Menschen ansprechen wollen, um sie wieder näher zu Kirchlichem hinzuführen. Die meisten Mitglieder und Kirchgänger aber werden Ältere sein. Für einen Teil davon werden solche Bezeichnungen „böhmische Dörfer“ sein.
Selbst, wenn es in Mundart angekündigt worden wäre mit „Leerer dr Hoffnung“, hätte man es für Mundartfremde mit eben „Lieder der Hoffnung“ erklären müssen! Warum aber nicht einfach in klarem Deutsch?
Ebenfalls merkwürdig: Da steht im Videotext eines öffentlichen Senders an einem Mittwoch der Folgewoche kurz vor Mittag noch die Wettertafel vom vorigen Freitag.

Heiße Leitungen und fehlende Angaben
Häufig werden Abkürzungen gebraucht, bei denen die Moderatoren oder die Schreiber wohl davon ausgehen, dass sie von allen verstanden werden. Man muss sich das vorstellen: In der modernen Welt voller Computer und IT-Technologie (Informationstechnik) kommen stets neue Begriffe, meist in Englisch, obwohl wir sicher gute Worte in Deutsch dafür hätten. Wir sollen „backups“ (Datensicherung außerhalb des eigenen Rechners) machen oder den „support“ nutzen, also Hilfe und Unterstützung. Das geht zum Beispiel über „Hilfe-Seiten“ oder, wenn erforderlich, auch per Anruf. Die meisten Anbieter haben „Hotlines“ geschaltet, also „heiße Linien/ Leitungen“ oder „schnelle Verbindungen zum Anbieter oder dessen Telefondienst, Call-Center (etwa Ruf-Zentrum) genannt“. Es ist dann allerdings nicht immer so „heiß“ oder schnell, wenn man in einer Warteschlange hängt. Viele kennen das.
In einer lokalen Zeitung lese ich einen Bericht über eine soziale Einrichtung. Ich schreibe die Artikelbezeichnung hier als „Willkommenstag für jedermann“. Die Bezeichnung des Hauses steht dabei. In einer Stadt mit zig Stadtteilen wissen vielleicht die Bewohner dieses Viertels, wo diese Einrichtung ist. Und die anderen, die es nicht zufällig oder vom Hörensagen kennen? Alles gelesen. Nein, es gab keine Adresse, der Leser wird im Dunkeln gehalten. Das muss ich hier einmal als „einfach schlecht“ bezeichnen. Vielleicht hätte sich diese Begegnungsstätte über mehr Besucher freuen können. Dieses Beispiel ist insgesamt aber keine sehr besondere Ausnahme. Leider kommt es doch hin und wieder vor.

Klar und verständlich auch für Ältere
Fürs Breitenpublikum, das wohl alle Medien - außer Fachpublikationen -  gern ansprechen wollen, stehe ich auf dem Standpunkt: Alles verständlich in Deutsch oder zumindest direkt erklärt! Direkt heißt auch „unmittelbar“, also nicht zehn Sätze weiter. Die Altersgruppe von 40 bis über 65 Jahre hatte 2016 einen Bevölkerungsanteil von über 55 Prozent, allein die Gruppe der über 65-Jährigen über 21 Prozent. Die 15- bis 24-Jährigen Einwohner hatten einen Anteil von unter elf Prozent (Quelle: Internetseite destatis.de). Aber sollten Nachrichten und Berichte aller Art nicht möglichst viele Menschen lesen, sehen oder hören und vor allem verstehen können? 
Wer nur in Fachkreisen publiziert und dieses Publikum anspricht, wird die dort gängigen fachlichen Ausdrücke, nutzen. Das ist in Ordnung, weil die Adressaten das kennen.

Im Endeffekt geht es doch schließlich darum, dass die Leser-, Zuschauer- oder Zuhörerschaft klar und eindeutig versteht, was da geschrieben, gezeigt und gesagt wird! Es bedarf keiner Frage, dass das auch für Werbung und werbliche Botschaften wie PR (Public Relations/ Beiträge zur Förderung „öffentlicher Beziehungen“) Sinn macht.             (Mediebüro DialogPresseweller, Autor Jürgen Weller)

Hinweis: Unsere Beiträge sind sorgfältig zusammengestellt. Irrtum bleibt dennoch vorbehalten. Das gilt auch für – statistische – Zahlenangaben. Die Beispiele sind neutral. Es kommt uns lediglich darauf an zu zeigen, wie leicht wichtige Dinge im Redaktions- oder PR-Alltag übersehen werden oder nicht eindeutig beschrieben werden. Uns passiert das ebenfalls ab und an. Daher verstehen wir unsere Texte als Tipps für Schreiber.
Jürgen Weller schreibt intensiv seit rund 40 Jahren redaktionelle Texte, von zig-tausenden Meldungen über Magazintexte und PR-Beiträge bis zu großen Berichten verschiedener Thematik, teils in Zeitungen und überregional pro Jahr hundertfach in Online-Medien- und Themenportalen.

Mehr Informationen, Reiseberichte, Autotests, Magazine über www.presseweller.de

Mittwoch, 11. Juli 2018

„Dank der Niedrigzinspolitik“



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Unguter Gebrauch von Wörtern/ Genetiv geht unter


Siegen. 11. Juli 2018 (DiaPrw). Sicher, oft überliest oder überhört es der Leser oder Zuhörer, wenn, in welchem Medium auch immer, keine richtigen Wendungen und Verknüpfungen gebraucht werden. In den Schreibbeiträgen hier werden auch keine seltenen Fälle aufgegriffen, sondern solche, auf die man nahezu täglich stößt. Das geht im Alltäglichen oft unter. Wer aufmerksam ist, bekommt es aber dennoch mit.
Eines dieser Wörter ist häufig „dank“, das wir hier als Beispiel nehmen. So ist zum Beispiel zu lesen, dass das angelegte Tagesgeld über sechs Monate hin „dank der Niedrigzinspolitik“ keinen Gewinn abgeworfen hat. Hier sieht man leicht, wie sich das richtig darstellen lässt, und zwar mit „wegen“ oder „aufgrund“ der Niedrigzinspolitik. „Dank“ wird positiv gebraucht. Das drückt das Wort bereits aus: „Dank intensiver Vorbereitung haben alle Schüler die Abschlussprüfung bestanden“.





Bei Schreiben und beim Reden flutschen gewisse Wendungen einfach durch. Das passiert einem selbst hin und wieder, ist aber auch in den Medien zu lesen und zu hören. Typisch ist zum Beispiel "sowohl als auch". Hierbei kommt häufig "wie" ins Spiel, also: "Sowohl Traktoren wie auch LKW sind mit Dieselmotoren ausgerüstet." Das ist falsch, wenn auch verständlich. Richtig muss es natürlich "Sowohl Traktoren als auch LKW ...". Einfacher ist hier ohnehin die Schreibweise mit "und": Traktoren und LKW sind mit ... ausgerüstet". 


    

Genitiv-Gebrauch geht zurück/ Rechtschreib-"Reform"
Wie täglich zu sehen und zu hören ist, geht der Gebrauch des zweiten Falles (Genetiv) immer weiter zurück. Immer häufiger wird statt zum Beispiel „des“ einfach der Dativ, der dritte Fall, eingesetzt, zum Beispiel mit „dem“ oder „vom/ von“. Je nach Wort bedingt der zweite Fall auch, ein „S“ anzuhängen. Das erspart man sich mit dem Dativ. Statt „wegen des Starkregens in Teilen Nordfrieslands“ ist dann zu hören oder zu lesen „wegen dem Starkregen in Teilen von Nordfriesland“. Das ist für manche noch gewöhnungsbedürftig, aber schließlich versteht es jeder. Sprache wandelt sich, und wenn sich ein anderer Gebrauch „einbürgert“ ist das in Ordnung. Von Martin Luther her ist der Spruch bekannt „Dem Volks aufs Maul schauen“.

So mag es auch kommen, dass die sogenannte „neue deutsche Rechtschreibung“, die nur wegen des Wörtchens „neue“ in vielen Teilen nicht besser oder logischer ist als die vorherige, längst nicht überall in ihrem gesamten Umfang angewendet wird. Trotz Nachbesserung gibt es einige Ungereimtheiten und Merkwürdigkeiten, gerade auch in der Getrennt- und Zusammenschreibung und anderem. Das "SZ", ß, konnte nicht ausgeschlossen werden. Schülerschaft sowie Anwender und Menschen, die Deutsch als Fremdsprache lernen, müssen unterscheiden, ob vorher ein kurzer Vokal (Nuss) oder ein langer (Maß) steht?!  Wozu überhaupt? Das "ß" ist Teil der deutschen Sprache. Einfacher - wie es bei der "Reform" wohl einmal angedacht war - wird es dadurch und durch viele andere solche Sachen nicht! Eine in manchen Teilen "Verschlimmbesserung" war nicht notwendig. Reform heißt vom Ursprung her "Erneuerung", und zwar im positiven Sinne. (jw)

Dem Autor, Jürgen Weller, ist seit über 50 Jahren die deutsche Rechtschreibung ein Anliegen. Neben eigenem Kursbesuch und passender Lektüre vermittelte er später Schülern, Schülerinnen sowie Berufsschülern die Rechtschreibung. Als Redakteur und Autor war und ist ihm die deutsche Rechtschreibung nach wie vor ein wichtiges Anliegen. Dabei gesteht er gern ein, dass auch in seinen Artikeln hin und wieder Fehler vorkommen. Die vielfältigen Berichte, von Auto bis Tourismus, finden Interessierte auf www.presseweller.de
(Am 6. August 2018 ergänzt)

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Zeitangabe im Text – Fehlanzeige!


Wann denn? Gestern, vorige Woche, heute Nacht?

Das passiert leider nicht selten bei Medien- und Firmennachrichten

20. Dezember 2017. Siegen (DiaPrw). Hat Sie das als Leserin oder Leser auch schon geärgert? Da lesen Sie einen Bericht im Internet, dem aber die Zeitangabe fehlt. Ergebnis: Sie können es zeitlich nicht einordnen. War das gestern oder voriges Jahr oder wie alt ist diese Meldung überhaupt?

Bei Internetrecherchen stößt man nicht selten auf fehlende Zeitangaben. Ist das aktuell oder nicht? Leider passiert das hier und da ebenfalls bei Artikeln von Lokalzeitungen im Web. Da wird teils gar kein Datum mehr angegeben. Selbst, wenn man Berichte des Lokalmediums aufruft, lässt sich nicht einschätzen, ob das nun heute, gestern oder gar vorige Woche war. Es wäre einfach, so wie es bei Meldungen im Journalismus gängig sein sollte: Das Datum steht direkt dabei. 
Die Abo-Printmedien wie Tageszeitungen drucken ohnehin häufig nicht ihre gesamten Meldungen ab und verweisen darauf, dass man ein – kostenpflichtiges – Online-Abo ordern kann, um die gesamte Zeitung im Internet lesen zu können. Das ist völlig legitim und in Ordnung. Schließlich müssen auch die Abonnenten der gedruckten Ausgabe jeden Monat für das Abo bezahlen. Und natürlich muss man auch das Einzelprodukt bezahlen, wenn man die Zeitung oder Zeitschrift am Kiosk kauft. Schließlich kostet die gesamte Herstellung der Zeitung Geld.
Das hat aber nichts damit zu tun, dass man auf Meldungen im Internet kein ursprüngliches Veröffentlichungsdatum mehr angibt.

Auch für Firmen-PR – Ab wann im Internet?
Insgesamt stößt man im Internet auf viele Seiten, bei denen man erst schauen muss, ob sie noch aktuell sind. Teils lässt es sich gar nicht einordnen. Hier und da kann man veraltete Meldungen zum Beispiel daran sehen, wenn sie einen „Zeitbruch“ haben. Da findet man zum Beispiel „… 2013 war die oder der Abgeordnete-r- im Parlament, … hat den Film gedreht …, … gab es die Grundschule in Beispielhausen ...“ usw. Und, was ist heute damit? Man findet nicht selten keine Antwort auf die aktuelle Situation. 
Diese Dinge sind nicht das Gelbe vom Ei. Journalisten und PR-Texter sollten es besser machen. Dabei ist es so einfach, ein Datum vor die Meldung zu stellen oder zumindest im Text zu erwähnen wie „seit Dezember 2017 findet das neue Produkt 'Schneeräum-Melder' rege Nachfrage". Abgesehen von Angabe der Örtlichkeiten und anderem ist das nur ein Aspekt fehlender, nicht transparenter oder fremdsprachlicher Darstellungen in Pressemeldungen – von Zeitungen/ Zeitschriften oder Unternehmen im Internet – aber nicht nur dort. Schade. (jw)


Samstag, 9. September 2017

Wo bleibt die genaue Örtlichkeit?



Ohne Angabe bleibt dem Leser die Örtlichkeit verschwommen. Leider. (Bild: presseweller)

Die Zuordnung fällt den Lesern oft genug schwer


Siegen. September 2017 (DiaPrw). „Neulich waren wir mal wieder in einem kleinen Ort in Sachsen, an dem wir vor 20 Jahren zum ersten Mal waren“. Wenn jemand so etwas erzählt, dann fragen die Bezählten sogleich „Welcher Ort war das denn?“ Und erfahren es sofort. Das ist hingegen bei Berichten in Zeitungen, teils auch in Fernsehen, Videotext und in wenigen Werbeanzeigen leider nicht immer so.

Über nur sehr klein abgedruckte Örtlichkeiten von Firmen in Werbeanzeigen oder nur Verweis auf die Internetseite haben wir bereits berichtet. Aber in den Printmedien gibt es das auch nicht selten in Berichten, und in Fernseh- oder Videotextbeiträgen erfährt man dann zum Beispiel "in Hamburg". In einer Stadt, die durch viele Eingemeindungen quasi per Gesetz vergrößert wurde, weiß nicht jeder, wo diese oder jene Einrichtung zu finden ist. Hamburg und andere haben schließlich zig "eingemeindete" Orte und Bezirke. 

Die Leser bleiben dabei manches Mal im Dunkeln. Gerade haben wir es wieder in einem Zeitungsbericht gesehen. Da wird berichtet, dass sich zwei Weiterbildungseinrichtungen zusammengefunden haben und nun alles in dem einen, nennen wir es „Kolleg“, abläuft. Wo bitte ist das? Am Standort des einen oder des anderen Kollegs? Für die Leser bleibt es unklar, weil der Hinweis auf die Örtlichkeit schlichtweg fehlt. Es ist kein Einzelfall, wir lesen, hören und sehen es öfter.

Nun mag bereits die eventuelle Presseinformation des Instituts - ohne Angabe der neuen Örtlichkeit - fehlerhaft gewesen sein, die von der Redaktion bearbeitet oder insgesamt übernommen wurde. Aber natürlich hätte die Redaktion das ergänzen oder, wenn dort ebenfalls nicht gewusst, nachfragen müssen: Der Standort dort in der „Kollegstraße 1“ im Ortsteil Muster wird geschlossen, ab 1. September gibt es das Lerninstitut für beide Disziplinen nur noch in der „Kollegstraße 10“ im Ortsteil Neumuster. Sofern es nicht in einem der eingemeindeten Orte ist, sondern in der Stadt ist, macht es sich gut, wenn gleich noch das entsprechende Wohngebiet erwähnt wird wie „Innenstadt“ oder „Salzberg“. Dann ist es endlich für den Leser klar! Sollte es so nicht sein, gerade auch im Hinblick auf die vielen neuen Online-Nachrichten-Angebote und Social-Media-Foren?

In Redaktionen werden sich die Zeiten hinsichtlich Zugang, Aufgaben und Arbeitsbelastung in den vergangenen Jahren geändert haben. Bei solchen Dingen aber spielt es keinerlei Rolle, ob man Abitur, Volantariat oder Studium hat oder "angelernt" ist, sondern darauf, dass man sich diese Grundformen des Journalismus von zum Beispiel „Wer, wann, wo und auch noch wie und warum“ angeeignet hat. Für Pressestellen von Unternehmen, Behörden und Institutionen ist das nicht anders. Die Leser sollten die wichtigsten Fakten erfahren und nicht rätseln müssen. (jw)

Samstag, 25. März 2017

Lieber "Gast": Geburtstagsgruß vom Hotel



Karte oder Brief machen sich immer gut für einen Gruß. (Bild: welliSi-made)


Für Unterkunftsbetriebe sind Grüße und Aktuelles ideal


Früher war es bei Hotels und anderen Urlaubs-Unterkunftsbetrieben oft gang und gäbe, dass die Gäste Grüße zu Weihnachten und häufig auch zum Geburtstag erhielten. Schöne Gelegenheiten, um sich als Feriendomizil wieder in Erinnerung zu rufen. Uns war es stets eine Freude, Ansichts-, Grußkarte oder Brief von unserem Urlaubshaus zu erhalten und damit gleich die schönen Ferientage noch einmal Revue passieren zu lassen. Natürlich schwingt bei solcher Aufmerksamkeit bei vielen Gästen gleich der Gedanke mit: „Da müssen wir unbedingt wieder einmal hinfahren!“

Damals war der Aufwand noch geringfügig höher als heute: Ansichtskarte des Ortes oder des Hauses plus Porto. Seit Jahren ist es viel einfacher. In den meisten Fällen kann man die Wünsche ohne viel Aufwand per E-Mail übermitteln. So viel Zeit sollte sein, weil jeder Gruß auch Basis-PR sind – gute PR, die allein ein bisschen Aufmerksamkeit und Empathie sowie wenig Zeit erfordern. Unabhängig davon ist es immer noch besonders schön, Postkarte oder Brief persönlich in Händen halten und lesen zu können!

Alles ist vor Ort gelistet

Das Adressieren ist kein Problem, weil aufgrund der für die Gemeinde erforderlichen Anmeldung im Betrieb die Daten vorhanden sind. Und wenn der Gast wollte, hat er auch seine Mailadresse hinterlassen. Im eigenen Rechensystem sind die Daten in der Regel ebenfalls erfasst, weil Rechnungen, Aufenthaltsdauer usw. auch für die Rechnung benötigt werden.
Wer es per E-Mail macht, kann ein schönes Foto oder eine Grußkarte einbinden und ein paar Zeilen, gerne mit persönlichen Hinweisen, schreiben und gleich mit aktuellen Hinweisen verbinden.

Zwei Beispiele: „Die besten Geburtstagswünsche aus Musterhausen. Alles Gute fürs neue Lebensjahr, liebe Frau Muster*. Ihnen und Familie einen schönen Tag!
Seit Ihrem Frühjahrsaufenthalt sind schon wieder einige Monate ins Land gegangen. Wir haben die Zeit genutzt, unsere Ferienwohnungen aufzuhübschen. Wenn Sie wieder einmal kommen, werden Sie überrascht sein. Ihre Gastgeber Hans und Inge Müller. Haus Seenreich – FeWos & Zimmer*.“

„Liebe Familie Muster, unser großes Christenfest kündigt sich an. Dazu wünschen wir Ihnen gerne Frohe Weihnachten, gemütliche Feiertage und ein gutes, gesundes neues Jahr! Ihre Gastgeber Jan und Birgit Schneider. Hotel Alpenglühen.
P. S. Hier hat es feste geschneit. Eine weiße Pracht. Inzwischen sind alle Loipen gespurt.“

Aktuelles mitteilen

Unabhängig von Feiertagen können Sie auf einer schönen Ansichtskarte oder einer Mail mit Foto auch Aktuelles mitteilen.

Zwei Beispiele: „Wir haben unseren früheren Saunabereich jetzt zu einer Wellnessoase mit Teebar, neu gestalteten Ruheräumen, Massage- und Kosmetikmöglichkeiten umgestaltet. Damit haben Sie zukünftig noch bessere Relaxmöglichkeiten in unserem Haus. Mit besten Grüßen und gerne auf ein Wiedersehen – ihre Gastgeber Hans und Inge Müller.

„Liebe Musters, in unserer Region gibt es ab 1. Mai eine neue Bonuskarte mit zahlreichen Vergünstigungen sowie Freifahrten auf den Bergbahnen und im öffentlichen Busverkehr der Region. Wir haben uns diesem Programm angeschlossen. Unsere Gäste erhalten die Karte kostenlos! Ihnen eine gute Zeit und viele Grüße von Ihren Gastgebern, Jan und Birgit Schneider.“

Glauben Sie nicht auch, dass sich Gäste freuen, solche Neuigkeiten aus „ihrem Urlaubsgebiet“ und Grüße von „ihren Gastgebern“ zu erhalten? (jw)

*Namen und Bezeichnungen sind zur besseren Darstellung frei erfunden! Ähnlichkeiten sind rein zufällig.


Kundennähe war und ist Autor Jürgen Weller stets wichtig. Er ist seit über 30 Jahren in der PR-Kommunikation für Tourismusregionen und -orte sowie Hotels, Resorts und andere Feriengastgeber beratend und ausführend tätig. Weller entwickelte und textete auch Gästezeitungen, Gastroführer und Gruppenplaner. Seine Reiseberichte und Aktionen sind in zig Medien erschienen. Schon immer war es ihm ein Anliegen, Anbieter aus „Gästesicht“ heraus und trendgemäß zu beraten. Die gute Kommunikation ist ihm ein Anliegen.   

Freitag, 17. März 2017

Schnelle Antwort zeigt Aufmerksamkeit

Kommt keine Antwort, gibt es Stirnrunzeln und schlechte Laune. (Bild: WelliSi-made)


Es bedarf nicht viel – Auch eine Zwischennachricht ist positiv


Ob potenzielle Kunden oder Bekannte: Sie geben sich Mühe damit, eine Nachricht zu schreiben, etwas mitzuteilen oder nach einem Produkt, einer Dienstleistung anzufragen. Und dann kommt über Tage und teils noch länger kein Feedback, also keine Antwort. Frustrierend!
Alle, die öfter kommunizieren, wissen, dass das keine Einzelfälle sind. Es passiert laufend. Warum? Argumente sind dann: „keine Zeit“, „gelesen, aber erst einmal zur weiteren Bearbeitung gegeben“. Teils werden Mails und Briefe sogar erst einmal zur Seite gelegt, um sie später zu beantworten. Leider kommt das im privaten wie im geschäftlichen Bereich so vor.
Generell aber: Wer zum Beispiel – per E-Mail – Mitteilungen wie Angebote, Anfragen oder anderes von Dritten erhält, mit denen er weder geschäftlich noch privat etwas zu tun hatte oder hat, muss gar nicht antworten. Häufig handelt es sich um SPAMs, schlimmer noch können sich bösartige Absichten damit verbinden: Computer-Viren, Trojaner, „Erpressungs“-Schadmails!

Hat niemand mehr Zeit?

Teilt man sich die Zeit gut ein, bleiben immer ein paar Minuten, um zu antworten – schnelllebige Zeit hin und her! Ob geschäftlich oder privat: Sofern es sich nicht um eine Antwort oder eine Mitteilung handelt, erwartet der Absender eine Reaktion. Wenn die nicht erfolgt, gilt das nicht gerade als guter Service oder Kundennähe. Gerade bei Preis- oder Angebotsanfragen an Firmen fragt man sich, ob kein Interesse an einem Auftrag besteht. Mit regional-örtlichen Handwerksfirmen haben wir diese Erfahrung nur selten gemacht. Obwohl sie meist nicht über verschiedene Ebenen mit speziellen MitarbeiterINNen „durchstrukturiert“ und ständig im Einsatz sind, wissen sie meist, wie Kundenfreundlichkeit funktioniert. Sie fragen zum Beispiel telefonisch nach, wenn es Klärungsbedarf gibt, und dann kommt das Angebot schnell ins Haus! Klasse, da können viel andere von lernen.

Eine einfache Erst- Antwort

In normaler Geschäfts- und Privatkorrespondenz, ist es so, dass dem Absender erst einmal damit gedient ist, dass er überhaupt eine Antwort erhält. Egal, ob per Brief, Telefon oder Mail. Er weiß dann zumindest schon einmal, dass sein Anliegen angekommen ist. Gerade bei E-Mails ist das nicht immer sicher. Die Mitteilung oder Anfrage könnte auch in einem SPAM-Ordner gelandet sein.

Sofern man nicht direkt auf das Anliegen eingehen kann, teilt man in der Geschäftskorrespondenz mit, dass man die Anfrage erhalten hat und sich umgehend darum kümmert. Aber nicht als Automatismus-Mail, sondern, in einer kurzen Mail, in der auf die Anfrage auch tatsächlich eingegangen wird. Innerhalb kurzer Zeit – nicht erst nach zwei Wochen – sollte dann auch die richtige Antwort vorliegen. So funktionieren kurzgefasst Service und Kundenfreundlichkeit in diesem Bereich! Sofern die Bearbeitung des Anliegens einige Tage dauert, schreibt man zum Beispiel: „Danke für Ihre heute eingegangene Anfrage. Wir kümmern uns gerne darum. Sie ist bereits zur weiteren Bearbeitung an den Sachbearbeiter gegangen. Oder: Wir benötigen ca. drei Tage, um das Angebot konkret zusammenzustellen. Oder: Innerhalb der nächsten drei (oder … konkrete Zahl) Tage erhalten Sie eine Stellungnahme/ Ihr spezielles Angebot.“ Wir reden hier nicht über so genannte „Service-Hotlines“ oder Service-Mailanfragen. Dort wünschen sich Anfragende erst einmal Soforthilfe!

Im Privatbereich kann man schreiben: „Danke für Deine/ Eure/ Ihre Mail. Bin zurzeit ziemlich im Stress, zum Beispiel wegen KiTa-Anmeldungen, Umräumen der Wohnung, wichtigen Terminen usw.. Melde mich aber morgen“ oder „am Freitagnachmittag“. Dann weiß der Absender wenigstens Bescheid. Das klingt alles nicht nur einfach, ist es auch! (jw)


Autor Jürgen Weller schreibt seit über 30 Jahren Geschäftsbriefe aller Art, schrieb professionell für Dritte Briefe und pflegt rege Mailkontakte, seit es großflächig diese Möglichkeit gibt.
Die möglichst schnelle Beantwortung von Anfragen oder allgemeinen Briefen ist ihm stets ein Anliegen. Je nach Art verbindet er damit Service, Aufmerksamkeit und Empathie. "Soviel Zeit muss sein", ist das Credo. 

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Weihnachtspost: Es muss nicht einheitlich online sein – Persönlicher ist immer noch ein indivueller Brief


An Weihnachtsmotiven mangelt es nicht. Man kann selbst gestalten, aber auch Karten und Motivvorlagen kaufen und nach Wunsch weiter beschriften. (Grafik: presseweller)



Dezember 2016. (DiaPrW). Längst nicht mehr alle Menschen versenden Weihnachtsgrüße, aber immerhin noch viele. Häufig wird die digitale Form gewählt und eine E-Mail versandt. Gerade bei geschäftlichen Kontakten ist diese Form durchaus praktisch, unter anderem auch deswegen, weil der Absender nur einmal einen Text formulieren muss und die – auch bebilderte – „Botschaft“ per Mausklick an viele versenden kann. In eine E-Mail kann aber ebenfalls eine persönliche Note einfließen. So mancher freut sich dennoch über Weihnachtswünsche in einem Brief oder auf einer Karte, und manche schreiben solche „guten Wünsche auf Papier“ gerne. Je nach Karten-Voreindruck ist es schön, wenn mehr darin steht als „… wünschen Ihnen, Dir oder Euch die Mustermanns“.

Nun gut, das digitale Zeitalter ist da. Wenn ich an früher denke, als noch kein PC im Büro war oder das E-Mail-Zeitalter noch nicht gekommen war, habe ich meist an die 100 Weihnachtsbriefe, zum großen Teil handschriftlich, geschrieben. Im Privatbereich fast immer mit anderen Texten, geschäftlich gleich oder mit kleinen Nuancen oder Anmerkungen an der Briefseite. Persönlicher. Eine Mischung aus E-Mail und Papierbrief, je nach Adressat, bevorzuge ich noch heute.

Ein paar Tipps


E-Mail: Wer nicht den selben Text an alle schreiben will, kann einen Basistext schreiben, der dann je nach Adressat mit einer kürzeren oder längeren Einleitung oder aber mit einem „Schlussakkord“ personalisiert werden kann. Das geht hin bis „ganz persönlich“. Relativ einfach geht das mit der "Weiterleiten-Funktion". So ist es auch mit dem schmuckvollen integrierten Bild. Nur mit wenigen Klicks lässt sich auch ein anderes Bild einfügen. Klar, man sollte vorher überlegen, welche Fotos oder Grafiken man verwenden will, damit man nicht lange in den Bildordnern suchen muss.

Brief: Weihnachtsbriefe und -karten drucken zu lassen, nutzen viele Firmen und Vielversender.   Ansonsten kauft man Briefpapier oder Karten mit weihnachtlichen Motiven. Bei Weihnachtsbriefpapier kann man die Texte mit dem PC schreiben oder sie, wie bei Weihnachtskarten, natürlich handschriftlich einfügen. Das ist zweifellos die persönlichste Form.
Besonders im Privatbereich lässt sich vieles gefühlvoll ausdrücken, so dass der Empfänger weiß, dass nicht nur Floskeln rüberkommen, sondern, dass man sich mit dem anderen „beschäftigt“ hat. Heute nennt man das Empathie. 
In allen Fällen soll ein Weihnachtsgruß signalisieren: „Der Absender hat an mich, an uns gedacht.“ Noch besser ist es, wenn die Empfänger sagen „Ja, das war wieder einmal ein richtig schöner Weihnachtsgruß!“ (jw)


Hinweis: Autor Jürgen Weller schreibt seit über 35 Jahren intensive Briefe, ob handschriftlich wie heute zum Teil noch zur Weihnacht und zu besonderen Anlässen wie Hochzeit und anderem, früher teils auch mit Schreibmaschine. Seit es E-Mail gibt, nutzt er auch diese Version. Dazu unterhielt er das Internet-Portal „gute-briefe.“.   

Mehr Hinweise zu "Schreiben" sind über diesen Blog aufrufbar sowie unter "Magazine, Videos, Blogs" bei http://www.presseweller.de.

Wo denn? Nach der Überschrift erst das Wichtige suchen




Diese Überschrift, die Headline,und der Text sind nicht real, sondern nur ausgedacht, ein Phantasieprodukt zur Darstellung eines Artikels.  (Repro: presseweller)


Mit drei Beispielen/ Scrollen oder in gedruckter Form weiter unten lesen


Dezember 2016. (DiaPrW). Die Überschrift in einem Online-Artikel oder in einem Druckerzeugnis lässt viel erwarten. Ist klar, schließlich soll die „Headline“ für Aufmerksamkeit sorgen. Das ist in Ordnung. Je nach Medium gibt es dazu noch eine Ober- oder eine Unterzeile. Der Text selbst sollte dann mit einer kurzen Zusammenfassung des Gesamttextes, Vorspann, beginnen und dann näher auf die Überschrift eingehen. Ab und zu sehe ich es auch anders. Manchmal musste ich weit in den Text lesen, um zum Kern der Überschrift zu kommen. Deshalb überfliege ich den Text und scrolle schnell weiter, in Druck-Medien richtet sich mein Augenmerk ebenfalls darauf, dort näher zu lesen, wo das "Ergebnis" der Überschrift im Vordergrund steht.

Abgesehen von Geschichten und Romanen mit Spannungsaufbau halte ich es für gut, wenn der Überschrift gemäß über das Aktuelle oder das Ereignis gleich weiter nach dem Vorspann berichtet wird. So sah man/ sieht man es auch in der Regel aus journalistischer Sichtweise. Nach und nach kann man dann im Text mehr zu Hintergründen erfahren. Das hatte schon im früheren Bleisatz bei den Printmedien einen weiteren Grund: Erwies sich der Text als zu lange beim Seitenbauen/ Umbruch (Mettage), konnte man einen Absatz abhängen, ohne dass der Sinn und wichtige Details der Hauptbotschaft verloren gingen. Das war praktisch. Im Prinzip hat sich das bis heute trotz Seitengestaltung im Redaktionssystem am Computer nicht verändert. Es können nur die jeweiligen Freiräume auf der jeweiligen Seite gefüllt werden. Reicht der Platz nicht, muss Überflüssiges weg, oder der gesamte Text muss in eine gekürzte Form gebracht werden. Aber: Die Hauptaussage muss erkenn- und nachvollziehbar sein!

Drei Beispiele
Alle folgenden Beispiele sind nur fiktiv und zur besseren Erläuterung erdacht!
Das „Strecken des Textes“ weit vor dem Kern der gewollten Aussage kostet Leser Zeit, um zum Hauptpunkt zu kommen. An den hier nicht realen drei Beispielen will ich es kurz erläutern:
„Neues Tablet mit Schiebefunktion“. Im Anreißer-Text wird kurz auf die Vorteile hingewiesen und nach „So“ auch ausgesagt, dass es so etwas nun gibt. Werden im Folgetext nun zuerst Smartphones, Tablets und Laptops beschrieben, kann erst später detailliert auf die Neuerung eingegangen werden. "Das neue Gerät lässt sich durch seine Schiebefunktion klein und handlich wie ein Smartphone benutzen, in der zweiten Stufe wird es zum Tablet und in der dritten schließlich zum Laptop. Möglich macht das eine ganz neue Technik ...". Das sollte meiner Auffassung nach eben gleich nach dem Vorspann kommen. 
Im zweiten erdachten und nicht realen Beispiel heißt es in der Überschrift „Skigebiet in Monte Alpina erweitert“. Im Vorspanntext geht es dann darum, das Skigebiet kurz vorzustellen. Dabei kommt es auch auf eine klare Örtlichkeitsbeschreibung an, damit die Leserschaft erfährt, wo genau dieses Skigebiet zu finden ist. Diese Problematik, dass die genaue Örtlichkeitsbeschreibung fehlt, ist hier und da auch bei Texten außerhalb des Tourismus zu sehen. Ein Manko!
Aber in dieser Beispiel-Überschrift steht „... ist erweitert“. Was heißt das? Gibt es jetzt zwei Pisten mehr oder wurde noch ein größeres Terrain für den Wintersport ausgebaut? In der Folge wäre es gut, wenn darauf direkt eingegangen würde: „In der Skiregion Monte Alpina sind nun die Arbeiten zur Erweiterung des Skigebiets nach mehrjähriger Planung und Bauzeit abgeschlossen. Unterhalb des Caravella-Massivs stehen Alpinski-Fahrern 15 weitere Pisten mit direkter Anbindung an das bisherige Alpin-Resort zur Verfügung. Dafür wurden zwei weitere Vierersessellifte in Betrieb genommen.“ … Gut. Auf Vorteile des Gebietes und anderes wird im weiteren Text hingewiesen.

Oder: „Urteil des BGH zu Öfen und Heizungen“. In diesem ebenfalls erdachten Fall geht es darum, dass es wegen der Abgas-/ Feinstaub – Emissionen hier und da um Klagen zum Betrieb von alten Kohle-/ Holzöfen und alten Holzheizungen ging. So wurde es im Vorspann kurz erläutert. Okay. Darüber, dass der Bundesgerichtshof (BGH) mit diesem nicht einfachen Fall beschäftigt ist, gab es schon Tage vorher Pressemeldungen. Schließlich könnten viele von dem Urteil betroffen sein, die alte Öfen oder reine Holzheizungen oder offene Kamine in Betrieb haben.
Im folgenden Text wird nun über solche Heizanlagen berichtet, im Internet eventuell auch noch mit direktem Link zu Anbietern moderner Heizungen. Wer weiter liest, erfährt dann erst weit unten, dass der BGH erst am heutigen Tag darüber entscheiden wird. Das heißt: Das Urteil steht noch gar nicht fest. Aber Aufmerksamkeit hat man erzielt, weil die Leserschaft oder die „User“ zumindest zum Teil der Meinung sein mussten, das Urteil wäre bereits gesprochen. Meiner Auffassung nach hätte man in solch einem Fall nur die Meldung gebraucht, dass der BGH heute zu diesem Fall entscheiden wird. Zweifellos interessanter und nachrichtenwertiger ist aber ein Bericht nach der Urteilsverkündung. Dann erfährt die Leserschaft, was Sache ist. Online-Medien haben dabei die Möglichkeit, relativ schnell zu reagieren und nach Urteilsverkündung auf die aktuelle Situation hinzuweisen. Bei Printmedien dauert es je nach Erscheinungsweise meist noch bis mindestens zum nächsten Tag.

Für Leser und Online-Nutzer
Wenn im Vorspann und in den ersten Sätzen nichts Wichtiges oder nachhaltig Erläuterndes zur Überschrift zu lesen ist und sie die übrigen Ausführungen wenig interessieren, scrollen Sie weiter und gucken Sie hin. Irgendwo im Text wird es eine Erklärung geben. So geht das manchmal auch bei Druck-Produkten. Wenn die Erläuterungen zur Überschrift nicht gleich im Text kommen – und die Details nicht interessieren – weiter unten schauen. Dann kann man meist erfahren, was der Grund für die Überschrift war.

Für PR-Schaffende: Na klar, so interessant es ist, was der Kunde im Einzelnen zu bieten hat, sollte sich die Ankündigung aus der Überschrift direkt weit oben im Text wiederfinden. Dann weiß die Leserschaft, was es Neues oder Aktuelles gibt und kann es im weiteren Text vertiefen. Je nach Thema und Berichtart klappt das auch mit dem heutigen "Storytelling" (Geschichte erzählen), bei dem man in einer kurzen Erzählform in den Text einsteigt.

Hinweis: Die Beispiele oben sind frei erfunden. Hin und wieder ist in Medien ein  "umgekehrter" Textaufbau zu lesen, bei dem das Wichtige oder der Kern erst "weiter unten" kommt. Auch klar: Zeitungen und andere Medien berichten weit überwiegend verständlich, auch in der üblichen Form mit direkter Erläuterung der Headline. Im PR-Bereich wird es ebenfalls meist so gehandhabt, dass das Neue, das besondere Ereignis, die Veranstaltung im Text-Vordergrund steht, bevor es allgemeine Hinweise gibt. Es ist aber bereichsumfassend eben nicht immer so. Der Text beruht auf meinen Ansichten zum Thema. Es mag auch andere Sichtweisen geben. 

Der Autor Jürgen Weller hat zig-Tausende Thementexte und lokale Texte sowie PR-Beiträge geschrieben und veröffentlicht. Mehr Themen auf diesem Blog oderüber "Magazine, Videos, Blogs" bei http://www.presseweller.de aufrufen.


Mittwoch, 20. Juli 2016

Möglichst fehlerfrei: Bewerbung und Geschäftsbrief

  Besser den Text zweimal gründlich durchlesen oder gegenlesen lassen


Juli 2016 (DiaPrW). Von einem Fachmann in Sachen Rechtschreibung erfuhren wir, dass er sogar in Privatbriefen Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler rot unterstrich. Er tat das für sich und übte auch keine Kritik. Viele Deutschlehrer und andere, die korrekte Schreibweisen verinnerlicht haben, werden zumindest im Kopf jeden Fehler korrigieren, den sie in Zeitungs-, Tele- (Video-) Texten und in E-Mails sowie auf Webseiten sehen. Zumindest bei Bewerbungen und Geschäftsbriefen ist es ratsam, weitgehend genau auf Rechtschreibung und Zeichensetzung zu achten. Fehler haben ihre Ursache längst nicht immer darin, dass man die korrekte Schreibweise nicht kennt. Oft handelt es sich einfach um Flüchtigkeitsfehler.

Wer sich zurzeit der „alten Rechtschreibung“ schon einmal am Kosog'schen Diktat, das es seit den Anfängen des 20. Jahrhunderts gibt, versucht hat, weiß, dass deutsche Rechtschreibung noch nie sehr einfach war. Sogar Geübte handelten sich Fehler ein. Durch das Schreiben auf der Tastatur eines PCs oder anderen Gerätes, schleichen sich auch Buchstabendreher ein. =Beispiel unten!=

Sorgfältig schreiben

Am wichtigsten ist es, sorgfältig zu schreiben. Bei manchen Wörtern ergibt sich die Frage „so oder so?“ Direkt oder am Ende des Textes, wenn sich noch mehr Unklarheiten angesammelt haben, schlage ich im Duden oder einem anderen Wörterbuch mit „neuer Rechtschreibung“ nach und/ oder rufe den Begriff im Internet auf und korrigiere gegebenenfalls. Wie wir es täglich sehen, ist kaum jemand vor Fehlern gefeit. Zumindest sollten in wichtigen Schreiben Flüchtigkeits- und klassische Fehler vermieden werden, zum Beispiel bei „dass und das“ oder bei den Hilfsverben „ist und sind“: Je nach Satz ist in der Mehrzahl (Plural) „sind“ richtig, in der Einzahl (Singular) „ist“. Folgende Fehler passieren daher nicht selten: „Das Freibad in Singen, das(s) 1988 eröffnet wurde ...“. „Die Heidelandschaft sowie der Ort Schneverdingen sind (ist) bekannt für ...“. Ja, ganz so eindeutig ist es gerade bei längeren Sätzen nicht immer.
Die Empfehlung lautet: Ist der Text geschrieben, nochmals in Ruhe lesen und durchschauen. Noch besser ist es, ihn etwas später nochmals anzuschauen oder von einem Kollegen oder einem anderen lesen zu lassen. Kleinere Sachen, wie sie bei Eingabe über die PC-Tastatur häufig vorkommen, sieht man dann schon. Was denn zum Beispiel? Wenn hinter dem „K“ noch ein „L“ steht, was da nichts zu suchen hat, die Verwechslung von „N“ und „M“, ein zweiter Punkt am Ende des Satzes oder ein nicht seltener Buchstabendreher und mehr. Manches Mal läuft es auch in der Zeichensetzung schief: Komma oder nicht?“ Das Komma ist dabei das Hauptproblem. Dazu mehr in den nächsten Tipps.

Einmal unabhängig davon, ob der Leser auf der anderen Seite Personalchef, Geschäfts- oder Betriebsinhaber oder Sachbearbeiter bei der eingeschalteten Personalagentur ist: Zumindest grobe und eindeutige Fehler fallen meist auf! Wenn Sie Bewerber sind, wird man sich fragen, ob Sie nicht sorgfältig gearbeitet haben. Man zieht dann, ob berechtigt oder nicht, Rückschlüsse. Wenn Sie Geschäftskorrespondenz erledigen, hinterlassen grobe Fehler ebenfalls nicht den besten Eindruck.
Also lieber vor Versand nochmals gucken und sich gegebenenfalls vergewissern, ob es richtig ist.

Kurz: Bewerbung sollte unbedingt fehlerfrei sein! Geschäftskorrespondenz und vor allem Angebote sollten weitestgehend keine groben Fehler haben! Zugestanden werden muss für alle Fälle: Es kann schon einmal sein, dass etwas übersehen wird. Wir sind keine Maschinen oder programmierte Wesen, sondern Menschen. (jw)


Autor Jürgen Weller war bereits 1966/ 1967 damit betraut, Redebeiträge in Sitzungen auf den wesentlichen Kern hin zusammenzufassen sowie Protokolltexte zu formulieren und zu schreiben. Eigener umfassender Rechtschreibkurs sowie eigene Weiterbildung; Rechtschreibhilfe und -unterrichtung für Schüler, Auszubildende und Kursteilnehmer. Der Autor schreibt und veröffentlicht seit Ende 1969 Presse- und PR-Meldungen, redigiert Texte, schreibt oder korrigiert Bewerbungen für Dritte. Deutsche Rechtschreibung ist ihm seit jeher ein Anliegen. Wie viele andere hat er eine zwiespältige Meinung zum wachsenden Einfluss des Englischen in die deutsche Sprache. 

 B E I S P I E L



Donnerstag, 31. März 2016

Ausstellungen, Basare und Einladungen


Klar, so könnte es auch gemeint sein. Porträts und mehr.

Viele Bilder einer Person, Babys am Stand und späte Einladungen

Von Jürgen Weller

Siegen. März 2016 (DiaPrW). Organisieren Sie auch schon einmal einen Basar, eine Ausstellung oder einen Tag der „offenen Tür“ in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Sozialeinrichtung? Informieren Sie die Presse mit einem Veranstaltungshinweis? Ich bekomme Woche für Woche zahlreiche dieser Meldungen. Wenn auch die Presse vieles übernimmt, ist es besser, direkt auf die Formulierung zu achten. Macht man das nicht, verstehen es zwar trotzdem viele, aber anders kann es besser und vor allem eindeutiger sein. 

Was wird verkauft und ausgestellt?

Gerade bekomme ich wieder einen „Baby-Basar“ auf den Tisch. Sollen da nun zuvorderst die im Kinderwagen geschobenen Kleinstkinder hinkommen? Oder liegen Babys auf den Verkaufstischen, die man sich bei Bedarf aussuchen und kaufen kann? Nein! Darum geht es natürlich hier zu Lande und hoffentlich auch anderswo nicht. Es wird ein Basar für Babyausstattung, für Bekleidung, Kinderwagen und mehr sein, richtig also ein „Basar für Babyausstattung“.
Bei Ausstellungen ist es ähnlich: „Die Galerie, das Museum zeigt Bilder von Ella Knopf*. Wie interessant mag das sein? Mal Porträts von Ella Knopf, mal in Wanderpose vor der Ginsburg, mal in Venedig? Wenn es nicht tatsächlich so ist, was auch möglich wäre, sollte da doch stehen: „Ausstellung mit Werken von Ella Knopf oder – noch besser – mit Werken der Künstlerin Ella Knopf: Aquarelle, Ölgemälde, Grafiken oder Fotos“. Je nach dem, was die Künstlerin ausstellt.

Immer wieder: „einladen am...“

Der Einladende kann ziemlich spät dran sein, um noch Besucher für das Konzert, das Theaterstück, den Basar, die Ausstellungseröffnung oder anderes zu gewinnen, wenn er auf den letzten Drücker einlädt, wie es häufig zu lesen ist: „Der Gesangverein Chorfreunde lädt am 30. März ab 20 Uhr zum Konzert in die Odeonhalle ein.“ Gut, dass es bereits früher bekannt ist. Richtig wäre es so: „Der Gesangverein ...“ lädt für Mittwoch, den 30. März, zum Konzert … ein. Konzertbeginn ist um 20 Uhr.“ Wie hier, macht es bei Veranstaltungen Sinn, auch direkt den Wochentag anzugeben. Das erleichtert dem Lesepublikum die Planung.

Klar, wir wollen nicht päpstlicher als der Papst sein. Schließlich werden die anderen Formulierungen ebenfalls „richtig“ verstanden, da sie häufig gedruckt, publiziert oder gesendet werden. Es sollen nur Hinweise sein, wie die Wortwahl auch genauer sein kann. Wir liegen selbst auch manchmal daneben. 

*Alle Namen, Bezeichnungen ohne realen Hintergrund, frei erfunden.


Freitag, 12. Februar 2016

Valentinstag und so viele andere Gelegenheiten: Liebes- und Freundschafts- und andere Briefe schreiben


Es kommt immer auf die Art der Beziehung an, mal eng, mal ferner


Von Jürgen Weller

presseweller. Februar 2016 (DiaPrW). Der Valentinstag naht, und da steht für manche auch auf dem Programm, anderen mit einem guten alten Brief statt mit App oder SMS einen Gruß zukommen zu lassen. Aber unsere Tipps beschränken sich nicht auf den Valentinstag am 14. Februar, zumal längst nicht alle Bundesbürger damit was am Hut haben. Der Briefversand innerhalb Deutschlands funktioniert bei rechtzeitigem Briefkasteneinwurf meist von einem zum anderen Tag, in der Regel ist die Botschaft aber normalerweise spätestens am zweiten Tag nach Versand da. Das muss man ins Kalkül ziehen.

Der Valentinstag, von außerhalb nach Deutschland übertragen und kommerziell ehemals hauptsächlich fürs Floristengeschäft genutzt, hat längst auch andere Branchen erreicht. Aber will man eine Liebes-, Freundschafts- oder Dankesbotschaft übermitteln, kommt es nicht auf solch einen Tag an! Es gibt viele andere Anlässe: Geburtstag, Feiertage, nach den ersten Tagen gemeinsamer Liebe oder nach 20 Jahren Zusammensein, überraschend einfach nur so zum Dankeschön oder, oder. 
Fast alles lässt sich mit dem Computer und entsprechenden Programmen schreiben und gestalten. Mit ein bisschen Mühe geht das auch mit einer E-Mail – oder dem Anhang –: liebevoll und/ oder humorvoll. Mit der Hand geschrieben und/ oder als kleine Zeichnung gemalt, ist es stets etwas Besonderes, Individuelles. Der Empfänger sollte merken, dass Empathie hinter den Zeilen steckt, dass man es aufrichtig meint. Floskeln kann man sich sparen. Die folgenden Tipps sind allgemein gehalten.




Es gibt so viele Worte und Gestaltungsmöglichkeiten. (c) presseweller


Allgemein
Ist man in einer Liebes- oder schon festen Paarbeziehung, gibt es nur wenige Grenzen.
Schwärmt man für jemanden, wie es zum Beispiel in Kollegen- und Vereinskreisen oder bei sonstigen häufigen Zusammenkünften sein kann, ist es angebracht, zurückhaltend zu sein. Man weiß ja nicht, ob die oder der schon etwas mitbekommen hat. „Wir sehen uns schon lange im Büro und reden über dies und das. Wie wäre es, wenn wir in der Mittagspause einmal gemeinsam essen gehen?“ Das wäre eine Möglichkeit zum „Abtasten“ des Interesses.

Briefpapier und -ausschmückung
- Normales oder etwas festeres Papier verwenden und vielleicht etwas Lustiges schreiben oder aufmalen. Lustiges kommt meist gut an.
- Je nach Einzelfall kann man auch farbiges Papier (wenn beide heiß verliebt sind, verwendet man zum Beispiel knallrotes oder violettes Briefpapier) oder besonderes Schmuckpapier. Vielleicht weiß mit einer roten Rose? Lustige Comicfiguren können sich je nach Fall ebenfalls gut machen.
- Im kollegialen, reinen „guten Bekanntschafts-“ oder Freundschaftsbereich sollte es zurückhaltender sein, lustige Comic-Figur oder Zeichnung nicht ausgeschlossen.

Die Wahl und Qual der Worte
- Na klar, im frischen oder festen Liebesbereich hat der alte Satz nach wie vor höchste Priorität „Ich liebe Dich“. Je nach Dauer geht man sonst ein bisschen darauf ein, wie schön es war, „wie umwerfend, wie klasse, wie wundervoll; wie glücklich es gemacht hat; wie toll stark oder heiß es war; immer wieder super; steile Geschichte mit uns; nach so vielen Jahren immer wieder nur schön...“ usw.
- Bei guten Bekannten muss man auswählen, zum Beispiel „Angenehm, dass wir uns so oft sehen konnten; es war und ist immer so richtig schön, wenn wir uns treffen; für Deine guten Tipps will ich Dir gerne auch auf diesem Wege nochmals ein großes Dankeschön sagen“ usw.

Und so: Wenn es nicht rein sachlich bleiben muss „Danke fürs gestrige Gespräch; … das gemeinsame Mittagessen ...“, legen Sie Gefühl in Ihr Schreiben: „Gestern musste ich während der Autofahrt daran denken, wie gut wir uns bei unserem Treffen mit den Familien verstanden haben. Die Kinder haben gespielt, und wir konnten uns über Gott und die Welt unterhalten. Wunderbar. Müssen wir bald nachholen.“
Es sind oft wenige Worte, mit denen wir anderen eine Freude machen und Sympathie bekunden. Schöne Briefe oder E-Mails tragen dazu bei!

Zum Autor: Unabhängig von seinen eigenen Liebesbriefen, den Hunderten Briefen an Freunde, Bekannte und Geschäftspartner hat Jürgen Weller, Journalist und Autor, seit Mitte der 1980er-Jahre über sein Portal „gute-briefe“ zig Liebesbriefe und Freundschaftsbriefe für Dritte im In- und Ausland geschrieben sowie Trauerbekundungen und Bewerbungsanschreiben – häufig mit Dankschreiben im Anschluss daran: „Danke, Sie haben mir sehr weitergeholfen!“
Das Portal ruht zurzeit..


Freitag, 5. Februar 2016

Das Dem erdrückt immer öfter das Des

Für Redaktionen, Firmenkorrespondenz, Werbung und Privatschreiben 




Wegen dem Bild vom braven Hund haben wir jetzt viel mehr Zuspruch in unserer Tierhandlung. Klar, da hakt es in Sachen richtiger Formulierung. Richtig wäre!: Wegen des Bildes vom ... oder einfacher "Das Bild des braven Hundes hat uns viel mehr ...".  (Foto-Montage: presseweller)


Und weiter: "Wenn man für etwas sorgt, ist es gut?" … oder?


Was ist das, ein "Fall" für Wörter? Das fragten wir uns in den ersten Schuljahren. Noch aus dieser Zeit kennen die meisten die Fälle der deutschen Rechtschreibung, 1., 2., 3. und 4. Fall, zum Beispiel „Der Hund“, „des Hundes“, „dem Hund“, „den Hund“. Den nicht selten gebrauchten lateinischen Bezeichnungen nach nennt man das Deklination sowie den 1., 2., 3. und 4. Fall in dieser Reihenfolge Nominativ, Genetiv, Dativ, Akkusativ. Alles ziemlich problemlos, bis auf den 2. Fall, bei dem hakt es immer öfter. Das "Des" scheint der Verlierer, das "Dem", der Dativ, der Gewinner zu sein.

Zweifellos lassen sich in vielen Fällen Wörter im Dativ einfacher und schneller sagen und schreiben, als im Genetiv. Beispiel: Die Kinder wollten wegen dem großen Hund nicht über die Straße gehen. Richtig aber wäre: … wollten wegen des großen Hundes … nicht …! Oder: Dank neuer App konnte sich während dem Anruf ein weiterer Geschäftspartner ins Gespräch einblenden. Richtig aber wäre: … konnte sich während des Anrufs ein …! Zum Teil wird auch einfach „vom“ oder „von“ gebraucht. „Der Hund von Leander ist ein Prachtkerl“. Richtiger oder besser. „Leanders Hund ist …!“ In Alltagsunterhaltungen und -briefen wird meist schon der 3. Fall verwendet, aber auch in manchen Medienmeldungen ist der Dativ weiter auf dem Vormarsch. Das ist eben so.
Sorgt oder verursacht?
Die Gäste des Unternehmensfachtags waren mit dem Mittagsimbiss mehr als zufrieden. Die Köche des Gastgebers hatten für leckere warme und kalte Häppchen gesorgt. Richtig, sie hatten „gesorgt“, wie die Eltern für ihr Kind sorgen. „Für etwas sorgen“ sollte im positiven Zusammenhang stehen. „Unser Außendienstmitarbeiter Herbert Kunzberg* hat mit seinen Verkaufsumsätzen wesentlich mit für das positive Firmenergebnis gesorgt. Dafür gebührt ihm Dank.“ Alternativ würde sich hier auch „hat dazu beigetragen“ anbieten. Nicht selten werden falsche Verknüpfungen genutzt. Zu lesen oder zu hören sind daher auch solche Meldungen: „Abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume: Dafür sorgte der Orkan Kyrill.“ Hört sich oberflächlich im Prinzip richtig an, aber bei diesem Beispiel wäre besser und im Endeffekt richtiger: … „Das richtete der Orkan Kyrill an!“ oder „…: Ursache dafür war der Orkan Kyrill“! Noch krasser ist das, wenn „dank“ verwendet wird, was aber glücklicherweise seltener im falschen Zusammenhang auftaucht: „Dank seiner nicht so guten Leistungen muss Mark Theben noch ein halbes Jahr auf seine Gehaltsaufbesserung warten.“ Am einfachsten ist hier und richtig: „Aufgrund seiner“ oder „Wegen seiner ...“!

Nur ein paar wenige Beispiele. Mir ist bekannt, dass im Alltagsgeschäft und -trubel das eine und andere untergeht, und erst später, wenn der Brief oder die Meldung „raus“ ist, der Fehler entdeckt wird. Das ist menschlich.
*Alle Namen ohne Bezug, nur beispielhaft.


Das Medienbüro + PR DialogPresseweller schreibt und veröffentlicht seit Ende der 1970er-Jahre Presseberichte und -reportagen, im PR-Bereich auch für Kunden. Es gibt der Auflage nach millionenfache Abdrucke. Inhaber Jürgen Weller ist seit Mitte der 1960er-Jahre in Sachen „deutsche Rechtschreibung“ aktiv. Einst selbst Kursteilnehmer für die Feinheiten der Rechtschreibung, vermittelte er anderen - Schülern, Auszubildenden, Angestellten -  mehr zu Schreibweisen und Grammatik und gab Kolleginnen und Kollegen in Zeitungsredaktionen so manche Tipps. Unter seinem früheren Webauftritt „gute-briefe“ war er außerdem für Privatleute und Firmen tätig, vom Bewerbungsanschreiben bis zum Kundenbrief, als „Direct Mail“ bezeichnet. Seit Jahren ist die „neue deutsche Rechtschreibung“ mit ihren nicht immer nachvollziehbaren Schreibweisen ebenfalls ein Thema. 

Mittwoch, 3. Februar 2016

Ja wie? Apostroph und Durchkoppeln

Für Schreiber von Pressemeldungen, PR-Beiträgen und für private Korrespondenz


So ist es richtig! (Grafik: presseweller


Es ist nicht Karl's Laden oder der Hans Meier Verein


Siegen. Februar 2016 (DiaPrW). Ein alter Schulfreund sagte mir neulich: „„In manchen Zeitungen findest du auf nahezu jeder Seite einige Rechtschreibfehler“. Der Schulfreund ist pensionierter Oberstudienrat, der unter anderem Deutsch als Hauptfach unterrichtete. Neben richtigen „“Klöpsen“, die augenfällig sind, geht es oft um Kleinigkeiten. Aber auch in Presse- oder PR-Mitteilungen von Institutionen und Unternehmen finden sich solche Mängel. Die „neue deutsche Rechtschreibung hat außerdem für Verwirrung gesorgt, insbesondere auch mit den anscheinend teils an den Haaren herbeigezogenen Regeln zur Zusammen- und Getrenntschreibung. Keine Frage, Flüchtigkeits- und Rechtschreibfehler, die immer wieder einmal auftreten, weil sie auch beim Korrekturlesen übersehen werden, gibt es immer wieder. Das ist im Prinzip auch kein Problem. Aber manch Falsches scheint sich nach und nach durchzusetzen. Im Folgenden geht es um zwei Phänomene, den Apostroph oder „Beistrich“ und das Durchkoppeln, also darum, mehrteilige Wörter mit Bindestrich zu verbinden.
Zum Apostroph erlaubt zwar die „neue Rechtschreibung“, die trotz verschiedener Änderungen nicht unumstritten ist, beim Genetiv (2. Fall) den Apostroph. Aber wir müssen ja nicht englischsprachige Regeln verwenden, sondern sollten uns unserer deutschen Rechtschreibung bedienen. Aus welchem Grund auch immer, schreiben aber viele in ihrer Werbung und andere in Beiträgen zum Beispiel Erich's Kochkünste statt „Erichs, Lisa's Haarstudio statt Lisas. Verspricht man sich davon mehr Aufmerksamkeit? Die Beweggründe wären einmal zu hinterfragen. Überhaupt: Warum sollte man sich die Mühe mit dem Apostroph machen, wo es doch einfacher geht?!
Mit Bindestrich
Durchgekoppelt – also Wortverbindungen mit Bindestrichen geschrieben – wird längst nicht mehr immer, sondern immer seltener, obwohl es in der deutschen Rechtschreibung traditionell so ist und häufig auch zum besseren Verständnis beiträgt. Wir lesen diese Dinge tagtäglich, auch in Medien, wo gelernte Journalisten und Redakteure arbeiten, die heute sehr häufig sogar ein Studium vorweisen können. Da werden zum Beispiel Konzerte mit dem Hans Tango Orchester angekündigt, und zu den nahezu täglichen Kochsendungen und Kochvorführungen oder Rezeptvorschlägen gibt es dann die Bananen Mango Kreation. Leute was soll das? Sofern das Orchester seinen Eigennamen so schreibt, mag das in Anführungszeichen angehen, sonst sollte da aber Hans-Tango-Orchester stehen oder, beim Rezept, Bananen-Mango-Kreation. Das ist nicht nur besser und richtig, sondern für alle und auch für die ältere Generation verständlicher, weil diese noch von der Volksschule an diese gute, nicht immer einfache deutsche Rechtschreibung gelernt hat.
Krass wird es ebenfalls bei Straßennahmen, obwohl es klare Regeln dafür gibt. Für die Straßenschilder im Ort sind die Kommunen zuständig. Für die richtige Wiedergabe sind es aber diejenigen, die solche Bezeichnungen in Publikationen verwenden. Es ist eben nicht die Friedrich List Straße, sondern die Friedrich-List-Straße, es ist die Gutenbergstraße, nicht die Gutenberg Straße, es ist nicht die Frankfurt-Straße, sondern die Frankfurtstraße. Andererseits ist es nicht die Siegenerstraße oder Siegener-Straße, sondern die Siegener Straße. Klar, dass auch die Johann-Wolfgang-von-Goethe-Straße mit Bindestrichen geschrieben wird. (jw)
*Nur ein paar wenige Beispiele. Die Namen/ Bezeichnungen sind nur beispielhaft erfunden/ aufgeführt. Es sind keine bestimmten Betriebe, Namen, Straßen usw. gemeint! 
Zum Autor: Das Medienbüro DialogPresseweller und der Autor Jürgen Weller sind nicht frei von Fehlern. Dazu ist das Thema zu komplex. Es wird aber darauf geachtet, klare Regeln der originalen – nicht immer der „neuen“ – deutschen Rechtschreibung einzuhalten. Vor allem wird weitestgehend darauf geachtet, anglo-amerikanische Wörter und Fremdwörter zu vermeiden, weil die deutsche Sprache genügend eigene Begriffe hat. Werden solche Wörter genutzt, werden sie sofort erklärt. Für PR-Schreiber: Man glänzt nicht damit, viele Fremdwörter oder größtenteils unbekannte technische Begriffe einzubringen, sondern damit, verständlich zu schreiben. Bei ausschließlich an Fachpublikum verbreitete Direkt-Briefe, -Mails und Webeinstellungen kann das aber auch anders sein.
Der Autor beschäftigt sich seit Mitte der 1960er-Jahre intensiv mit Rechtschreibung, hat Schulungen besucht und andere privat unterrichtet. Als Journalist, Redakteur und PR-Schreiber gehörten auch das Lesen von Fachbeiträgen und speziellen Büchern zur „Schreibe“ dazu. Texte des Autors zu Auto, Bauen und Finanzieren sowie Reise waren und sind in zig Tages- und Wochenzeitungen sowie in Zeitschriften mit insgesamt vielen Millionen Auflage gedruckt sowie seit vielen Jahren in zahlreichen Internetportalen veröffentlicht.

Das gesamte Angebot ist auf den Seiten http://www.presseweller.de einsehbar.